Historie - Entwicklung unseres Handwerks

Die Werbung ist so alt wie das Gewerbe. Anschlagtafeln aus dem Altertum über Warenangebote sind ausgegraben worden. Aus römischen Altertum ist uns sogar die Existenz von Spezialwerkstätten und Schriftenmalern überliefert. Seit dem frühen Mittelalter waren es die Schilde der Ritterrüstungen, deren Anfertigung einer sicherlich nicht geringen Zahl von Handwerkern Arbeit und Brot gab. Die Hersteller der Schilde waren die Schildmacher und diejenigen, die die Erkennungszeichen und Wappen darauf anbrachten, nannte man damals Schilter.

Die erste eigene Schilderzunft ist 1197 in Magdeburg nachgewiesen. Kaiser Maximilian I. (1493 - 1519) verlieh den Schilderzünften als Wappenzeichen drei silberne Schilde auf rotem Grund. Dieses Zeichen ist heute noch das Emblem des gesamten Malerhandwerks.

Dem Bundesinnungsverband des Deutschen Schilder- und Lichtreklamehersteller- Handwerks dient es in modern abgewandelter stilisierter Form als Verbandszeichen.

Im Laufe der Jahrhunderte blieb das Wappen nicht dem Adel vorbehalten; auch Kirchen, Städte, Körperschaften u. a. verwendeten es als Unterscheidungszeichen. Schließlich wurde es zum allgemeinen Volksgut und damit zum Schmuck und Wahrzeichen von Rathäusern, Zunftstuben und Gasthäusern. Für den Schildermaler, den Kunstschmied und den Steinbildhauer ergab sich ein weiteres Betätigungsfeld. Die Schildergassen in Köln erinnert noch heute an die dortige Schilderzunft. Sogar die einzelnen Häuser in den Städten erhielten zur Unterscheidung Namen oder Zeichen, weil es erst seit dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts üblich wurde, sie zu numerieren.

Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts entstanden die ältesten derjenigen Unternehmen, die Außenwerbeanlagen im heutigen Sinne herstellten. Ihre Gründer waren zum größten Teil aus dem Malerhandwerk hervorgegangen. Als Branchenangabe finden wir damals Bezeichnungen wie Dekorations- und Schildermaler, Reclame - Malerei, Schriftenmaler oder Schilderfabrik. Das damals häufig gebrauchte Wort "Reklame" hat in den folgenden Jahrzehnten allmählich einen negativen Beigeschmack erhalten, da man mit ihm häufig die Vorstellung des Marktschreierischen und des unangenehm Aufdringlichen verbindet. In Fachkreisen ersetzt man das Wort "Lichtreklame" deshalb heute durch "Lichtwerbung".

Seit mehreren Jahren bestehen auch Bestrebungen, die bisherige amtliche Berufsbezeichnung "Schilder- und Lichtreklamehersteller" in "Werbetechniker" umzubenennen.

Als erster fachlicher Zusammenschluß auf Reichsebene wurde im Jahre 1920 in Leipzig der "Verband der Firmenschilder - Fabrikanten Deutschlands e.V." mit Sitz in Berlin gegründet. Durch Erlaß des preußischen Ministers Für Handel und Gewerbe vom 7.1.1928 wurde das "Firmen- und Reclameschilderherstellergewerbe" als ein selbständiges Handwerk anerkannt. In der Dritten Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Deutschen Handwerks aus dem Jahre 1935 ist der "Schilderhersteller, Schildermaler" als Vollhandwerk aufgeführt. Von da ab durfte man sich nur noch nach vorheriger Meisterprüfung in diesem Beruf selbständig machen.

Im September 1950 wurde der im Krieg zerschlagene fachliche Zusammenschluß in Düsseldorf als "Verband der Schilder- und Lichtreklame - Hersteller Deutschlands e.V." wiedergegründet. Aus diesem Verband ging am 19. April 1961 in einer Gründungsversammlung in Köln der jetzige "Bundesinnungsverband des Deutschen Schilder- und Lichtreklamehersteller - Handwerks" hervor.